Das Hamburger Unternehmen Jimdo startete im Februar 2007 als Webseitenbaukasten. Das Konzept: Auch Ungeübte können mit Hilfe des Jimdo-Baukastensystems mit wenigen Mausklicks eine eigene Website bauen – und sie individuell einrichten, das Design bestimmen und die Inhalte einbinden. Die persönliche Website ist über eine Jimdo-Internetadresse abrufbar. Als Basisversion ist der Webseitenbau kostenlos - finanziert wird er durch Werbeeinblendungen.
Kreativschmiede auf dem Bauernhof
Jimdo wurde 2007 von den drei Jungunternehmern Fridtjof Detzner (25) und Christian Springub (25) und Matthias Henze (30) ins Leben gerufen. Die drei kennen sich aus der Schulzeit und basteln schon seit ihrem 16. Lebensjahr gemeinsam an Computern herum. 2004 gründeten sie auf einem alten Bauernhof bei Cuxhaven die Firma NorthClick. Hier entwickelten die drei Internetspezialisten Online-Software, die die Grundlage für das heutige Jimdo bildet. Ursprünglich zählten nur Firmen zu den Kunden. Als immer mehr Freunde wegen einer Webseite anfragten, kam den drei Unternehmern eine neue Geschäftsidee.
Mut statt Kredit
Sie gründeten Jimdo und boten mit ihrer neuen Firma ein Webbaukastensystem für Privatpersonen und Kleinunternehmen an. Auf Kredite hofften sie nicht. "Wir hatten nicht einen Euro und haben das Unternehmen aus dem Nichts heraus gegründet", sagt Matthias Henze. "Einen Kredit hätten wir nicht bekommen." Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nach gut einem Jahr hat das Unternehmen schon 25 Mitarbeiter und ist aus der ländlichen Nordsee-Idylle in die Medienstadt Hamburg umgezogen.
Vom richtigen Standort
Viele Junggründer fühlen sich wie die Jimdo-Crew wohl in der Hansestadt. „Gründer gehen gern dorthin, wo Kapitalgeber zu finden sind“, sagt Tobias Worzyk von hamburg-startups.de. Außerdem habe Hamburg eine langjährige Tradition in der Medienbranche, sagt Worzyk dem Hamburger Abendblatt. "In Hamburg werden Gründer an die Hand genommen", sagt Uwe Jens Neumann, Vorsitzender der Medien- und IT-Initiative Hamburg@work im Abendblatt-Interview. "Zudem ist es in einem Stadtstaat immer leichter für Gründer als in einem Flächenstaat. Hier gibt es kurze Wege zu den wichtigen Stellen".
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