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Die Mittelstandsoffensive
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Firma Käuferportal
Gesellschaftsform GmbH
Geschäftsmodell
Bereich
Web-Adresse http://www.kaeuferportal.de/
Gründung 2008
Kapitaleinsatz bei Gründung
Geschäftsführung Robin Behlau, Mario Kohle
Mitarbeiter 11-30 (+ freie Mitarbeiter)
Umsatzentwicklung positiv
Gewinn
 
 
Zwei 24jährige gründen Käuferportal
www.kaeuferportal.de

Beko Käuferportal nennt es sich. Beko abgeleitet von Robin Behlau und Mario Kohle, den beiden 24jährigen studierten Junggründern. Das Käuferportal bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen Hilfe beim Kauf von Bürobedarf wie Kopierern, Telefonanlagen oder Druckern. Aber auch Dienstleistungen wie Videoproduktionen konnten bisher erfolgreich vermittelt werden, Webdesign und Factoring werden bald folgen.

Unternehmer kennen das Problem: es müssen kurzfristig neue Kopierer angeschafft werden. Doch wo findet man auf die Schnelle die leistungsfähigsten, günstigsten und für das Unternehmen passenden Produkte? Die Suche nach dem Büroartikel bindet Zeit, die Mitarbeitern oder dem Chef anderswo fehlt.

Das Käuferportal nimmt die Recherche ab und funktioniert als Schnittstelle zwischen Kunden und Verkäufern – also den Unternehmen und den Herstellern. Die Kunden tragen ihren Produktwunsch in ein intuitiv bedienbares Formular ein und erstellen so in wenigen Minuten eine detaillierte Bedarfsanalyse. Der Käuferwunsch wird vom Käuferportal-Team ausgewertet und an die passenden Anbieter weitergeleitet. Das Käuferportal nimmt den Unternehmen so die gesamte Recherche ab und unterbreitet ihnen unverbindlich und kostenfrei drei Angebote zur Auswahl. Zahlen muss dann der Hersteller, dem die Leads, die Kaufgesuche der Unternehmen, weitergeleitet werden.

Das Portal nutzt sowohl Käufern als auch Kunden. Kleine Unternehmen mit Büroartikelbedarf verschwenden nicht mehr die kostbare Ressource Zeit und den Herstellern werden neue Kunden zugeführt. Das alles ist in den USA gar nicht neu und nennt sich Lead Marketing. Behlau und Kohle haben dieses Modell mit beachtlichem Anfangserfolg auf den deutschen mittelständischen Markt übertragen. An die 200 Firmen haben sich schon ans Käuferportal gewandt, seit es im Oktober 2008 online ging. Dem Käuferportal werden große Marktchancen vorausgesagt und die Gründer selbst sind gar nicht bescheiden: Sie streben nach der Marktführerschaft. „Es ist unser Ziel, das Käuferportal so schnell wie möglich zur größten Business-to-Business Plattform in Deutschland auszubauen“, sagt Mario Kohle.


Interview mit Mario Kohle, Käuferportal Geschäftsführer

Sie und Herr Behlau sind schon lange befreundet. Wo haben Sie sich kennen gelernt?

Oh, da muss ich weit zurückgehen. Wir haben uns vor 10 Jahren auf dem grünen Rasen, genauer gesagt, auf dem Strausberger Fußballplatz, kennen gelernt. Strausberg ist ein 25.000 Seelenstädtchen genau zwischen Berlin und Polen. Nicht gerade das Tor zur Welt.


Sie sind beide noch sehr jung, und haben schon ein Studium abgeschlossen…

Ich habe an der WHU (Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung) Vallendar BWL und Unternehmensführung studiert. Mittlerweile hat sich die WHU zu einer echten Gründerschmiede entwickelt. Nach Beendigung des Studiums habe ich Praktika bei Startups wie Ipag und Moneybookers absolviert. Robin Behlau ging an die Berliner Berufsakademie. Das Besondere an der BA ist, dass sich jeweils 3 Monate Praxis mit 3 Monaten Theorie abwechseln. Deshalb hat Robin schon im BWL-Studium eine Menge Praxiserfahrung insbesondere mit mittelständischen Unternehmen gesammelt.


War es schon lange ihr Wunsch, Unternehmer werden?

Ja, wir wussten beide schon in jungen Jahren, dass wir später selbstständig arbeiten wollen. Frei nach dem Motto: wir haben kein Problem mit einer 110 Stunden Woche, hätten aber ein Riesenproblem, wenn wir unsere Ideen im Berufsleben nicht ausleben könnten.


Verstehen Sie sich auch als Geschäftsführer noch gut?

Es gibt natürlich auch mal Differenzen, doch die können wir auf respektvoller Ebene lösen. Genau so geht es uns mit Lukasz Gadowski (Gründer von Spread Shirt, Anm. Redaktion). Ihn haben wir bei einem Treffen in Berlin kennen gelernt. Mit Lukasz hat es einfach gepasst und gefunkt. Das Konzept von Käuferportal haben wir gemeinsam mit Lukasz erarbeitet.


ie viele Mitarbeiter haben Sie jetzt kurz nach dem Start?

14 Feste und 7 junge Kreative, die sich vielleicht auch später selbstständig machen wollen, tummeln sich in unseren Büroräumen.


Wie sind Sie auf die Idee mit dem Lead Marketing gekommen?

Um sich als kleines Unternehmen eine Marketingpräsenz im Web und sonstwo aufzubauen, bedarf es vieler Ressourcen an Manpower und Finanzen. Eine Gelbe-Seiten-Anzeige im Telefonbuch ist teuer und bringt womöglich nicht so viel. Lead Marketing ist in den USA ein weit verbreitetes Verkaufsmodell, das sowohl den Suchenden als auch den Verkäufern nutzt, in dem es diese ohne Streuverlust zusammenbringt.
Bei uns muss man keine Mitgliedschaft beantragen. Außer der Vermittlungsgebühr fallen keine Kosten an. Wir bringen die Hersteller von Bürobedarf und den Kunden zusammen, vermitteln den kleinen Unternehmen, die kurzfristig auf der Suche nach Kopierern und anderen Bürobedarf sind, Anbieter aus der jeweiligen Region.


Wie funktioniert das Käuferportal?

Der Kunde gibt in einem intuitiven System seine Wünsche ein. Er muss nicht viel nachdenken, hat aber in wenigen Minuten eine komplette Bedarfsanalyse erstellt, und schriftlich niedergelegt, wie viel Geld er einsetzen will, welche Kapazität der Kopierer haben soll etc.. Wir wenden uns mit dem Angebot insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen, weil wir herausgefunden haben, dass es für diese Klientel solch ein Portal bisher nicht gab.
Das Käuferportal legt Wert darauf, die Kaufangebote schnell zu vermitteln. Wir suchen den direkten Kontakt sowohl zum Verkäufer als auch zum Kunden. Wir telefonieren mit allen, die sich an uns wenden oder kommen auch durchaus mal in ihrer Firma vorbei. Kurz, beim Käuferportal geht es nicht unpersönlich zu, sondern man kann sich auch direkt an uns wenden.


Wie lange haben Sie vom Konzept bis zu Gründung gebraucht?

Vor der Gründung von Käuferportal haben wir das Portal Deine Seite eröffnet. Doch wir hatten den Wunsch, uns unternehmerisch weiterzuentwickeln und ein Konzept speziell für den Mittelstand auf den Markt zu bringen. Robin wollte seine Erfahrungen mit mittelständischen Unternehmen und ich meine Internetaffinität einbringen. Nachdem wir den Kontakt zu den Business Angels in Berlin hergestellt hatten, ging alles sehr schnell. Das Käuferportal war einfach eine geniale Idee, die wir innerhalb von vier Monaten mit Hilfe von kompetenten Unterstützern im Oktober 2008 online gebracht haben. Seit Kolja Hebenstreit von StudiVZ als Unterstützer mit ins Boot kam, sind wir operativ und strategisch noch besser aufgestellt.


Auf welches Marketing setzt das Käuferportal?

Ganz klar auf das Online Marketing! Man weiß: Wer Bürobedarf sucht, setzt sich an den PC und geht auf Internetrecherche. Darauf haben wir unser Marketing abgestimmt. Wir sind alle Experten im Onlinemarketing und darin geschult, uns intelligent zu platzieren. Doch wir setzen auch auf Telefonmarketing und wie gesagt, wir gehen auch direkt in die Firmen und stellen den persönlichen Kontakt her.

Wie verlief der erste Monat nach der Gründung?

Wir haben zwar einen erfolgreichen Start erhofft und waren dahingehend auch ganz zuversichtlich, da die Idee eine echte Bereicherung für kleinere und mittlere Unternehmen ist. Dass die Nachfrage aber gleich so groß sein würde, damit hat hier niemand gerechnet: Anscheinend rennen wir momentan offene Türen ein.


Wie sehen Ihre Pläne für das nächste Jahr aus?

Das Feedback der Kunden ist bis jetzt gut, wir arbeiten ständig daran, uns weiter zu verbessern, unser Angebot zu vergrößern und so die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. Bisher haben wir zum überwiegenden Teil Kopierer verkauft und weiten die Palette jetzt auf Laserdrucker, Telefonanlagen und auch Webdesign auf. Bis zu 60 Artikel möchten wir im kommenden Jahr im Angebot haben.


Herr Kohle, wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen viel Erfolg!



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